Wie man eine Herrengarderobe für Frühjahr und Sommer zusammenstellt
Eine Herrengarderobe für Frühjahr und Sommer ruht auf wenigen Paaren, die verschiedene Register abdecken: ein offener Schuh für die freie Zeit, ein leichter geschlossener für jeden Tag, ein entschlackter formeller für Büro und Anlässe. Herrenschuhe und Accessoires für Frühjahr und Sommer folgen demselben Kriterium: weniger Lagen, weniger Gewicht, Materialien, die Luft durchlassen. Wer so beginnt, kauft weniger und trägt mehr, weil jedes Paar eine eigene Aufgabe hat, statt das vorige zu verdoppeln.
Der Slip-on ist der geschlossene Schuh ohne Schnürung, gehalten von seitlichen Gummizügen oder einem elastischen Einstieg, und im Sommer ist er die Familie, die man am schnellsten aus- und wieder anzieht: am Flughafen, zu Hause, im Büro. Er hält die Ferse besser als ein Loafer, weil der Gummizug rundum arbeitet, und er vermeidet die Stelle, an der ein geschwollener Fuß gegen die Schnürung eines Sneakers drückt. Ausführungen in Wildleder, Canvas und perforiertem Leder finden sich bei den Herren-Slip-ons.
Der Gürtel wird nach Farbe und Finish auf den Schuh abgestimmt, nicht auf die Hose: Naturleder zu Naturleder, Schwarz zu Schwarz, Wildleder zu Wildleder. Die Breite bestimmt das Register, denn um 3 Zentimeter passt zur Anzughose, während über 3,5 leger wirkt und eine breitere Schlaufe verlangt. Neben dem Gürtel verlängert der Schuhlöffel das Leben eines Sommerschuhs am meisten: Er verhindert, dass die Fersenkappe bei jedem Anziehen eingedrückt wird, und genau dort gibt ein ungefüttertes Modell zuerst nach. Gürtel, Schuhlöffel und Lederpflege sind bei den Herren-Accessoires zusammengefasst.
Im Sommer verschiebt sich die Herrenpalette zu natürlichen Tönen, Naturleder, Cognac, Beige und Marine, und das ändert die Kombinationsregeln stärker als das Modell. Ein Schuh, der heller ist als die Hose, macht die Silhouette leichter und verträgt Leinen und Baumwolle; ein dunklerer verankert sie und ist die sichere Wahl unter dem Anzug. Den Rest macht die Socke: im Ton der Hose verlängert sie das Bein, im Ton des Schuhs verkürzt sie es, und Füßlinge nimmt man besser mit Silikonrand, wenn man sie nicht mittags im Schuh wiederfinden will.
Sommerliche Anlässe verlangen unterschiedliche Macharten. Eine Feier am Tag will einen leichten Schnürschuh aus glattem Leder, der auch bei Hitze seine Linie hält; das Büro ohne Sakko funktioniert mit dem Loafer, der zwischen formell und leger steht; der Urlaub verlangt ein offenes Paar und ein geschlossenes, das sich waschen lässt, denn Sand und Salzwasser ruinieren Leder. Eine praktische Regel: Wenn ein einziges Paar Reise, Abendessen und Stadttag abdecken soll, wählt man es besser dunkel und aus glattem Leder als hell und aus Wildleder.
Ein Sommerschuh verschleißt von innen, bevor er es von außen tut. Schweiß greift Futter und Decksohle an, deshalb sollte dasselbe Paar nicht zwei Tage hintereinander getragen werden: Vierundzwanzig Stunden Ruhe genügen zum Trocknen. Ein Schuhspanner aus Zedernholz nimmt die Restfeuchte auf und hält die Form der Spitze, die bei einem ungefütterten Modell binnen Wochen einfällt; ein Spanner aus neutralem Holz tut es auch, niemals Zeitungspapier, das Farbe abgibt. Am Saisonende werden die Schuhe sauber und trocken weggeräumt, vor direktem Licht geschützt, denn helles Wildleder vergilbt.