Welche Herrenschuhe für Frühjahr und Sommer
Ein Herrenschuh für Frühjahr und Sommer bestimmt sich über die Machart: perforiertes oder ungefüttertes Obermaterial, reduziertes Futter, dünne und flexible Sohle, insgesamt weniger Gewicht als bei einem Winterschuh. Bei Herrenschuhen für Frühjahr und Sommer fällt das fehlende Futter zuerst auf: das Leder liegt direkt am Fuß, der Schuh nimmt seine Form in wenigen Wochen an, und die Luft kommt dort durch, wo ein Lammfellfutter sie aufhalten würde.
Der Loafer ist der flache Schuh ohne Schnürung, in den man hineinschlüpft, und die sommerlichste Familie der Herrengarderobe. Der Penny Loafer trägt einen Riemen mit Schlitz über dem Rist und bleibt der zurückhaltendste; die Variante mit Metallspange trägt sich auch zum Anzug; der Bootsschuh ist ein Loafer mit heller rutschfester Sohle und umlaufender Schnürung, entwickelt für das nasse Deck und auch auf Asphalt bequem. Ungefütterte Ausführungen, Wildleder und Glattleder finden sich alle bei den Herren-Loafern.
Eine Herrensandale wählt man danach, wie stark sie das Fußgewölbe stützt. Das Modell mit verstellbaren Riemen und anatomischem Fußbett hält den Fuß ruhig und passt sich dem Volumen an, das sich im Tagesverlauf ändert; die Badeschlappe mit einem einzigen Band schlüpft man ohne Hände an, sie gibt aber keinen seitlichen Halt und eignet sich für kurze Wege; der flache Zehentrenner ist von allen der am wenigsten strukturierte. Die verfügbaren Weiten und Riemenhöhen sind bei den Herrensandalen zusammengefasst.
Bei geschlossenen Schuhen zählt die Konstruktion mehr als die Form. Der Sneaker aus Canvas oder perforiertem Wildleder atmet dort, wo glattes Leder schließt; der leichter gebaute Schnürschuh behält die formelle Linie, spart aber Gewicht an Sohle und Futter. Unter den Schnürschuhen hat der Derby offene, auf das Blatt aufgenähte Seitenteile und lässt mehr Platz über dem Rist, nimmt also den abends geschwollenen Fuß besser auf; der Oxford hat sie geschlossen und untergenäht, zeichnet eine schlankere Linie und ist der formellere von beiden.
Die Machart sagt, wie lange der Schuh hält. Die rahmengenähte Machart verbindet Obermaterial, Brandsohle und Laufsohle über einen umlaufenden Lederstreifen: sie wiegt mehr, erlaubt es aber, den Schuh mehrfach neu zu besohlen. Die geklebte Machart ist von Anfang an leichter und flexibler und findet sich an den meisten Sommerschuhen. Zu den Ledern: Wildleder ist kühl, verträgt aber kein Wasser, genarbtes Leder verbirgt Kratzer, Nubuk hält mehr aus als Wildleder, Canvas ist am leichtesten und am einfachsten zu waschen.
Die Passform eines Sommerschuhs probiert man abends und mit der Socke, die man wirklich tragen wird, oft gar keiner. Ein ungefüttertes Modell gibt in den ersten Wochen etwa eine halbe Nummer nach und wird deshalb eng anliegend, aber nicht drückend gewählt; ein Schnürschuh mit reduziertem Futter arbeitet weniger und muss sofort die richtige Größe haben. Beim Loafer ist der Rist der kritische Punkt, nicht die Länge: lässt der Riemen beim Gehen Luft herein, ist die Nummer zu groß, auch wenn die Spitze richtig wirkt.